Erfahrungswissen und Employability – Ergebnisse einer Studienarbeit (Teil 1)

Bachelorarbeiten in rot

„Erfahrungswissen und Employability – eine Untersuchung zur Beschäftigungsfähigkeit Psychiatrieerfahrener im Kontext von Experienced-Involvement (EX-IN)“, so lautet der Titel einer Abschlussarbeit im Studienfach „Bildungswissenschaften“. In den kommenden Wochen können wir einige Ergebnisse diese Arbeit hier im Blog vorstellen. Jede Menge Erfahrungswissen war beteiligt, denn deutlich über 150 Personen haben an der groß angelegten Umfrage mitgemacht und interessante Einblicke in über die Peer-Arbeit von Genesungsbegleiter*innen und den Zusammenhang von Psychiatrieerfahrung, Bildung und Beschäftigung ermöglicht.

Das Bild zeigt eine Tabelle mit den Zahlen der Teilnehmenden der Umfrage. Es haben 118 Frauen, 67 Männer und 1 Person ohne Geschlechtsangabe an der Umfrage teilgenommen.

Auswertung der Teilnehmenden nach Geschlecht

 

Aus der Studie lesen Sie nun Kapitel 5.1.:

5.1. Darstellung der Ergebnisse

Zunächst sollen die erhobenen Daten deskriptiv vorgestellt werden. Dies ermöglicht nicht nur eine Bewertung der Datenqualität, sondern zeichnet ein Bild von EX-IN im Kontext von Beschäftigungsfähigkeit sowie der beruflichen Situation von Genesungsbegleiter*innen. 229 Teilnehmende haben das Befragungsinstrument online ausgefüllt, dem gegenüber stehen etwa 1.200 über EX-IN Deutschland e.V. zertifizierte und etwa 250 über den Anbieter LebensART zertifizierte Anbieter (eigene Recherche, siehe Anlage 4). Zusätzlich gibt es EX-IN in Österreich und der Schweiz, auf eine weitere Darstellung wird jedoch verzichtet, da nur ein Teilnehmender angab, das Zertifikat nicht in Deutschland erworben zu haben.

Teilnahmedaten: Von den übermittelten 229 Fragebögen wurden 186 komplett ausgefüllt. Die entspricht einer für eine Onlinebefragung geringen Abbruchquote von 18,78 %, so dass von einer guten Akzeptanz des Fragebogens ausgegangen werden kann (El-Menouar/Blasius 2005: 79). Üblicherweise erfolgen Abbrüche vermehrt auf der Startseite einer Onlinebefragung (ebd.), in diesem Fall jedoch häufig auf der letzten Seite. Hierfür gibt es zwei Erklärungsansätze. Einerseits besteht die Möglichkeit, dass lediglich vergessen wurde, den Fragebogen abzuschließen, andererseits ist zu vermuten, dass der Fragebogen von Personen, die selbst nicht an der Studie teilnehmen wollten, vor Weiterleitung an andere Personen geprüft wurde und deswegen nicht abgeschlossen wurde. Um Verzerrungen in der Darstellung zu vermeiden beziehen sich die folgenden Aus auf diese 186 abgeschlossenen Fragebögen. Von den Befragten haben 85,48% (159 Personen) die EX-IN Ausbildung abgeschlossen und  knapp die Hälfte der Befragten steht in einem Arbeitsverhältnis als Genesungsbegleiter*in. Dies entspricht in etwa der von Utschakowski (2015: 55) benannten Beschäftigungsrate von 50%. Hierbei müssen mehrere unbekannte Einflussfaktoren berücksichtigt werden, so finden sich bei den Nein Antworten vermutlich auch die Befragten wieder, die die EX-IN-Ausbildung nicht abgeschlossen haben, andererseits ist davon auszugehen, dass tendenziell eher Personen an der Umfrage teilgenommen haben, die enger mit EX-IN verbunden sind. Ein Indiz hierfür ist der Befund, dass sich unter den Teilnehmenden 17 EX-IN Trainer*innen befinden.

Literatur:
El-Menouar, Yasemin/Blasius, Jörg (2005). Abbrüche bei Online-Befragungen: Ergebnisse einer Befragung von Medizinern. ZA-Information / Zentralarchiv für Empirische Sozialforschung (56), 70–92.
Utschakowski, Jörg (2015). Mit Peers arbeiten. Leitfaden für die Beschäftigung von Experten aus Erfahrung. Köln, Psychiatrie-Verl.

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